Das Deutsche Turnfest und der Start der TGW-Gruppe bei den Deutschen Meisterschaften

Ein Bericht aus Sicht einer TGWlerin J

Es fing alles am Sonntagmorgen in den Messehallen an, als die ganze Mannschaft mehr oder weniger trocken – es regnete leider an dem Tag – sich auf die abenteuerliche Suche nach Halle 17, wo die Passkontrolle stattfinden sollte, begab. Nach langer Suche, die uns nach Draußen, um viele Ecken, an Turnern vorbei und eine Treppe hinunter führte, haben wir sie schließlich gefunden. Das erwartete lange Anstehen traf nicht ein – wir waren nämlich der erste Verein, der zur Anmeldung erschien.

Nachdem wir dann schließlich alle unsere schicken neon-gelben Armbänder, die uns als Wettkampfteilnehmer kennzeichneten, um unser rechtes Handgelenk angelegt bekommen haben, durften wir wieder nach Hause und uns Sorgen darüber machen, ob das Band auch wirklich die nächsten zwei Tage halten würde. 😉

Am Montag fing der Wettkampf dann wirklich an. -Glücklicherweise aber noch nicht für mich – Der Orientierungslauf rief! – Diese Läufe, einhergehend mit dem notwendigen Gerenne durch den Wald, gelten bei mir nicht als Lieblingsdisziplin und wir waren genug in der Mannschaft um mich zu schonen. Während also Alina, Diana, Hannah, Maria, Maxi und Julia im Wald verschwanden, um die versteckten Punkte zu finden, schrie ich ihnen nur: „Denkt an die Melone!“, hinterher und machte mich gemütlich mit Trainerin Alex und meinen weiteren Mannschaftsmitgliedern Jenny und Shannon auf dem Weg zum Ziel, um dort geduldig auf die Rückkehr unserer Läufer zu warten.

Als sie dann schließlich hinter den Bäumen auftauchten – nur Sekunden nachdem wir uns alle zur Ziellinie begeben haben –  war die Freude groß. Sie hatten alle Punkte gefunden und waren nur zwölf Minuten hinter der gegeben Zeit angekommen. Die 8,8, Punkten sind seitdem unsere bisher erzielte Höchstpunktzahl bei einem OL. Als Belohnung gab es dann die versprochene Melone – welch eine Erfrischung!

    

Alle sind gut drauf direkt nach dem Orientierungslauf und …                                  gleichzeitig unendlich ausgepowert.

Am Dienstag ging es schon in aller Frühe weiter mit dem Medizinballwurf. Die mit Wasser aufgepumpten Bälle – ohne Wasser wären sie zu leicht gewesen – machten zwar auf dem regennassen Boden platschende Geräusche immer wenn sie auf dem Boden aufschlugen, verloren aber zum Glück kein Wasser und behielten ihr 2 Kg-Gewicht.

Und dann ging es auch schon schnell weiter: in die Autos von Ilona – Jennys Mutter – und ihrer netten Schwester, um so schnell wie möglich zu den Messehallen zu kommen und so viel Einturnzeit wie möglich zu ergattern. Wir hatten dann wirklich mehr als genug Zeit und schauten noch den anderen Turnern zu, bevor wir schließlich an die Reihe kamen.

Bis auf ein kleines Missgeschick – meine Brille entschloss sich, dass das Rondat zu viel Aufregung für sie war und verabschiedete sich von meiner Nase – möchte ich meinen, dass wir eine ordentliche Performance ablegten. Den Rest des Tages schauten wir den anderen Sportlern – von Akrobatik bis Rhönrad und natürlich anderen Turnern – zu. So viele Sportler habe ich noch nie zuvor auf einem Haufen gesehen.

Der wirkliche Abschluss des Deutschen Turnfestes bildete am Mittwoch die Siegerehrung, die unglücklicherweise draußen stattfand – Sie werden gleich erfahren wieso diese Tatsache unglücklich war.

Hunderte von Turnern saßen dort auf den Rasen und warteten mehr oder weniger geduldig auf die Ergebnisse. Ich war fest davon überzeugt, dass wir nicht im letzten Drittel sein würden, also Platz 60 oder besser, was mir – wie immer – niemand glaubte.

Doch tatsächlich: auf der Leinwand erschien der ASV Berlin auf Platz 54. Ich hab’s euch ja gesagt!

Dieser glückliche Moment wurde Minuten später überschattet – also wirklich überschattet – von ausbrechenden Regen. Dollem Regen. Und Hagel. So schnell bin ich noch nie zum nächsten überdachten Platz gerannt.

Und obwohl wir alle klitschnass waren, war es doch ein sehr glücklicher Tag für unsere kleine Mannschaft und ich war sehr froh dabei gewesen zu sein.

Geschrieben von Céline